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Im Frühsommer des Jahres 1810 macht sich ein Trupp Telegraphen unter Leitung eines gewissen Herrn Bommel auf ins bayerisch-böhmische Grenzgebiet, um Standorte für eine neue Telegraphen-Trasse zu finden. Begleitet werden sie vom Ingenieurgeographen Herrn Alois von Coulon, der Geländemessungen vornehmen will. Zu diesem Behufe nehmen die Herren Ingenieure einige Kutscher und 3 Köchinnen in Lohn. Wir bieten unsere Dienste an und fahren den Küchenwagen.

 

 

 

oben: Der Erfinder Bommel und seine Telegraphengruppe sind die Vorreiter der optischen Telegraphie in bairischen Landen. 1810 soll der Fortschritt auch im Bayerischen Wald Einzug halten.

links: Die Obrigkeit hat Herrn von Coulon und den Wissenschaftlern einen französischen Gendarmen zur Seite gestellt, der den reibungslosen Ablauf der Reise gewährleisten und lichtscheues Gesindel fernhalten soll.

unten: Weitere Reisende schließen sich der Gesellschaft an, unter anderem die Seifensiederin Rosa Schulte-Menken und die Kirchhamer Haubenmacherin Caroline Holpriger.

Sie sind nicht die Einzigen, die sich vom Anschluß an den Zug der Telegraphen mehr Sicherheit versprechen, und so haben sich am Ende 35 Personen für die Teilnahme angemeldet. Neben den technischen Gerätschaften muß auch die persönliche Habe der Mitreisenden transportiert werden.

 

links: Oberwagenmeister Vahnenbroek wird den Treck führen.  

Der Zug wird nahe Grainet zusammengestellt. Auf einer Wiese am Harländer Bach, auf halbem Weg zwischen Unterseilberg und Rehberg, treffen Wägen und Reisende ein. Drei Leiterwägen hatten die Ingenieure geordert. Zu aller Entsetzen stehen jedoch nur zwei Wägen bereit. Das viele Gepäck muß mühsam auf die beiden verbleibenden Wägen verteilt werden, die dadurch eigentlich hoffnungslos überladen sind. Auch wir müssen zusätzliche Fracht auf unserem Küchenkarren aufnehmen.

Am Tag vor unserem Aufbruch wird einmal zur Probe das Gepäck auf die Wägen verladen. Im Angesicht der hoffnungslosen Transportlage werden die Reisenden genötigt, jedes entbehrliche Gepäckstück in Grainet zurück zu lassen.


 

Ein Lohnkutscher mit einem edel ausgestatteten Landauer bietet sich an, den Treck zu begleiten, so daß die Reisenden nicht die gesamte Strecke laufen müssen, sondern zumindest Teilstrecken in der Kutsche zurücklegen können. Gegen Bezahlung, versteht sich.

4 Sitzplätze hat der Landauer und es wurde vereinbart, jede Tagesetappe in 4 Teilstrecken einzuteilen, für die pro Person für die 5-tägige Reise je 2 Billets ausgegeben wurden. Die Fahrkarten werden eifrig gegen Bierbons oder Nachtwache-Dienst eingetauscht, je nach Priorität des jeweiligen Reisenden.

Die Herren v. Coulon und Bommel

Folgende Fuhrwerke bilden unseren Treck:

 

erster Planwagen:

Ludwig Mitterbauer und Eva Hiergeist aus dem Rottal mit Bella und Flicka (Noriker)

zweiter Planwagen:

Uwe und Madlen Scholz aus dem Vogtland mit Mara und Mary (Sächsisches Kaltblut)

Landauer:

Stefan Hoppe, seine Tochter Julia und Samuel Kummerow aus dem Vogtland mit Stockie und Scharon (Noriker)

Karren und Packpferde:

Albert und Henrike Schwark aus Ammerfeld mit Rufus, Gilette, Emmeram (Freiberger) und Bacardi (Muli)

 

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