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Generell muß man feststellen: Mit leerem Magen ist schlecht kämpfen....

Die "Haubentaucher" stellten beim Reenactment des Salzkriegs im Jahr 2005 die Feldküche des Reichsaufgebots und verpflegten die gesamte von Deutschland nach Italien angereiste Söldnertruppe.

Bei Ankunft in Stellata stellten wir fest, daß als Lagerplatz ein lichtes Pappelwäldchen fast unmittelbar am Po - hinter dem Damm - vorgesehen war. Instinktiv haben wir in dem flachen Gelände unser Lager auf der einzigen kleinen Erhebung errichtet. Kein Problem, eigentlich - im August regnet es in Italien in der Poebene nie, wurde uns glaubhaft versichert.

Und dann kam der Wolkenbruch... Eine ganze Nacht lang hat es geschüttet wie aus Kübeln, wir hatten eine stehende Wassersäule auf dem Zelt, die sich als Sprühregen im Inneren verteilte. Wir zogen erst mal draußen die Sturmleinen und Zeltverspannungen fest und dann im Bett die Decke über den Kopf. Als wir am nächsten Morgen aus dem Zelt sahen, hatte sich das Lager in eine Seenlandschaft verwandelt. Nur die deutschen Zelte standen auf einer kleinen trockenen Insel - die 10 cm Höhenunterschied haben gereicht, um uns trockene Füße und vor allem trockene Vorräte zu erhalten. Fasziniert konnten wir - wohlig eingehüllt in Wollumhang und Gugel - zuschauen, wie die restlichen Teilnehmer Gummistiefel und Regenponchos auspackten und versuchten, ihre Schäflein wieder ins Trockene zu bringen. Glücklicherweise war es tatsächlich nur Regenwasser, der Po ist brav in seinem Bett geblieben...

Gute nachbarschaftliche Beziehungen konnten wir zu einem nahe gelegenen italienischen Lager aufbauen, die uns auffielen, weil sie sich mit der gleichen Hingabe den kulinarischen Freuden widmeten - die "italienischen Haubentaucher", sozusagen. Nach anfänglicher Scheu ob der Verständigungsschwierigkeiten war das Eis schnell gebrochen. Delegationen gingen hin und her zwischen den Lagern, mit delikaten Speisen zum Probieren, die Köchinnen bewunderten gegenseitig ihre Hausratsschätze und zum Abschied bekamen wir für unsere Hunde den Kopf des Spanferkels, das 2 Tage zuvor liebevoll zubereitet worden war. Einen ganzen Tag lang drehte es sich am Spieß, unermüdlich von wechselnden Spießdrehern sanft bepinselt, forsch eingestrichen oder schwungvoll mit einem in Fett getauchten Rosmarinzweig gesegnet - je nach Temperament des Küchengehilfen. Als das Schwein endlich fertig war, wurde zum Sturm auf die Festung gerufen. Unsere italienischen Freunde aber ließen den Krieg Krieg sein und widmeten sich lieber ihrem knusprigen Schweinchen. Ja, diese Leute sind uns äußerst sympatisch!

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