Am Anfang war es uns egal - Hauptsache Ente.

Sie sehen putzig aus und fressen unsere Schnecken.

Erst mit der Zeit haben wir uns ein dann wenig mit den Hausentenrassen befaßt.


Amerikanische Pekingenten:

Die ersten Tiere sollen um 1850 aus China nach Amerika gekommen sein, wo dann durch planmäßige Selektion die Rasse geformt wurde. Die Pekingenten haben ein imposantes Erscheinungsbild. Das leuchtend weiße Gefieder kontrastiert wunderschön zum orangenen Schnabel und den Füßen. Im Gegensatz zu den sehr aufrecht laufenden Deutschen Pekingenten soll die Körperhaltung der Amerikaner nur leicht angehoben sein. Interessant ist die Rasse auch durch ihre Legeleistung, die Amerikanischen Pekingenten sind sowohl Fleisch- als auch Legeenten.

Rouen Clair Enten:

Seit dem Mittelalter wurden in der Gegend um Rouen wildfarbene Enten gezüchtet, die vor allem für ihr würzig-schmackhaftes Fleisch bekannt wurden. In Deutschland kennt man eher die größere und plumpere Rouen-Ente (in Frankreich nennt man diese neuere englische Züchtung Rouen Foncé) - die alte Hausentenrasse aus der Normandie ist aber die Rouen Clair Ente. Die weibliche Ente hat wunderschöne dunkelbraune "Hufeisen" auf den heller braunen Federn und eine deutliche Streifenzeichnung im Gesicht, die rassetypischen "Zügel". Der Erpel hat den Wildenten-typischen grünschillernden Kopf und ein schmales weißes Halsband, das hinten nicht völlig geschlossen ist.


Unser Stammvater Donald entsprach ziemlich genau der Beschreibung einer Amerikanischen Pekingente, Mutter Bruna ist vermutlich eine Rouen Clair Ente. Ob Bruna und Donald wirklich reinrassig sind, sei dahingestellt, aber dem Typus entsprechen sie ziemlich genau. Die Mischlinge, die aus der Verbindung entstanden, waren zum größten Teil wieder weiß. Daisy und Bianca sehen ihrem Vater sehr ähnlich und würden auch als Pekingenten durchgehen. Die zwei wildfarbenen Nachkommen leben leider nicht mehr. Drei der Kinder sahen weder Donald noch Bruna ähnlich - sie wurden schwarz mit weißer Brust. Unser erster Gedanke war, daß sich da irgendwelche älteren Generationen Pommernenten "herausgemendelt" haben, aber dann lernten wir, daß solche schwarz-weißen Nachkommen oft aus der Mischung weiß x wildfarben entstehen. Pünktchen und Schwarzfuß sind also ganz normale Produkte dieser Anpaarung.


Als Bruna und ihre Töchter dann Anfang 2010 verwitwet und verwaist, einsam und erpellos zurückblieben, waren sie sehr unzufrieden. Mindestens ein, eher zwei neue Erpel mußten unbedingt her. Diesmal haben wir uns für reinrassige Rouen Clair Enten entschieden. Gar nicht so einfach, überhaupt welche zu finden hier in Bayern! Es gibt fast keine seriösen Züchter. Hier im bäuerlichen Bereich werden Enten leider üblicherweise nur vermehrt, nicht gezüchtet...

Über den Geflügelzuchtverband gelang es uns im Frühjahr, einen Entenzüchter in Neustadt an der Aisch ausfindig zu machen. Herr Dötsch ist mit seinen Rouen Clair Enten auf Ausstellungen präsent und sehr erfolgreich. Zu unserem Glück hatte er gerade einen Erpelüberschuß und war gewillt, uns zwei seiner Jungs mitzugeben. So zogen nun Frodo und Samwise bei uns ein (sie tragen Ringe, so kamen sie zu ihren Namen). Nach längerem Betteln durften wir auch noch eines seiner Rouen Clair Entenmädels mitnehmen. In Anbetracht der gewöhnungsbedüftigen Ästhetik von Entenfüßen nannten wir sie lieber nicht Galadriel, sondern schlicht und einfach Claire.

Ob wir unsere Entenschar noch einmal brüten lassen ist ungewiß. Wenn wir die Möglichkeit haben, bei den befruchteten Eiern jeweils die Mutter zu erkennen, könnten wir die Rouen Clair Küken aufziehen. Vielleicht gelingt eine eindeutige Zuordnung der Gelege, wenn wir von vornherein mehrere Nester anbieten. Diesen Sommer haben alle Entendamen ins selbe Nest gelegt - aber das Platzangebot war auch ziemlich eingeschränkt. Immerhin sind es gute Legeenten: von Februar bis August hatten wir täglich fünf frische Eier...


Bildergalerie:

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