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1792

Zwei Wochen später, am 25. und 26. April, findet ein weiterer Zweispänner-Test statt. Diesmal treffen wir uns mit Freunden aus dem 18./frühen 19. Jahrhundert, und zwar im Taunus, auf einer idyllischen Obstwiese oberhalb des Rettershofs.

Im Jahr 1792 besetzten französische Truppen Mainz (Erster Koalitionskrieg)
Die dargestellte Situation: ein Artillerie-Trupp des revolutionären Frankreichs hat sein Lager am Rettershof aufgeschlagen.
Bert ist ein einheimischer Fuhrmann, der von den Revolutionären Truppen angeheuert wird, um die Kanone zu ziehen.

Zur Orientierung: Wir befinden uns NACH der Französischen Revolution, aber VOR Napoleon.


Zunächst sollen Rufus und Verano nur die Protze ziehen.
Das gestaltet sich etwas schwierig, denn der Protzwagen hat nur eine Achse. Die zweite Achse ergibt sich, wenn die Kanone angehängt wird. Der Protzwagen ohne Kanone ist also nicht in sich stabil, sondern er kippt in seiner Längsachse und wird nur von den Pferden in der Waage gehalten - aber eben nicht mit einer Schere, links und rechts fest am Pferd verankert, sondern nur mit einer Deichsel, die locker zwischen den Pferden verläuft.

 


Der Versuch läuft nicht so ganz zufriedenstellend, wie man im FILM sehen kann. Beide Pferde sind zappelig, weil Anspannung und angehängte Last nicht richtig zusammenspielen. Vom Lagerplatz los können wir noch zweispännig starten. Dann mündet der Weg auf den geschotterten Feldweg und wir wählen die Option "leicht bergauf" - alles okay. Der Weg führt aber direkt zum nächsten Ort, wir müssen auf dem engen Feldweg umdrehen bzw. eine Kehrtwende durch die Wiese fahren. Beim Stehenbleiben und Überlegen wird Verano dann unruhig. Zur Sicherheit spannen wir ihn aus und führen Verano, erst an der Hand eines Helfers, dann vom Sattel aus neben Rufus. Der mußt die Protze alleine zurück zum Lager ziehen, was er auch äußerst unangenehm findet und entsprechend unwillig reagiert.



Zur offiziellen "Veranstaltung" vor Publikum (am Rettershof) starten wir zunächst - diesmal mit angehängter Kanone - zweispännig von unserer Lagerwiese.

 


Auf dem Feldweg in Richtung Rettershof macht Verano seine Sache gut, obwohl es leicht bergab geht und die Kanone schiebt. Die Soldaten unterstützen aber mit Seilen und helfen, das schwere Gefährt zu bremsen.

Bert trifft daraufhin die Entscheidung, Verano JETZT wieder auszuspannen, wo alles super läuft, BEVOR er anfängt, sich aufzuregen.
Der Rettershof ist nämlich ein Reiterhof, überall stehen fremde Pferde. Die Wege dazwischen sind eng, es sind Tische und Ausschank aufgebaut und es stehen und sitzen jede Menge Leute herum.
Die Entscheidung erweist sich als richtig, denn zwischen den Koppeln mit den fremden Artgenossen zieht sich unser kleiner Ex-Hengst tatsächlich wieder auf. Er meint wohl, er muß auf seine Stute aufpassen.

Rufus muß also am Samstag Nachmittag und dann auch am Sonntag Vormittag die Kanone alleine ziehen. Samstags gehen Verano und Lina noch am Führstrick mit, sonntags lassen wir sie im Lager.

 




Sonntag: Auszug mit Kanone (FILM)
Sonntag: Die Kanone fährt am Rettershof vor (FILM)

Im Übrigen war Sonntag, der 26. April 2026, Berts 60. Geburtstag...


FAZIT: Rufus macht seinen Job perfekt wie immer. Verano regt sich auf. Aber nicht wegen der Kanone, sondern wegen der fremden Pferde. Unsere Aufgabe: fahren, fahren, fahren...