Am 14. Januar 2015 hat sich hier eine Tragödie ereignet: 9 meiner 10 Enten wurden Opfer eines Marders oder Wiesels. Welches Tier auch immer es war, es hat in einem wahren Blutrausch unsere Entenidylle brutal beendet.

Das waren sie, meine Enten, im glücklichen Sommer 2014:

Vorne die schwarz-weiße Nera (die andere schwarz-weiße Ente Pünktchen ist nicht auf dem Foto), das gefleckte Mützchen, Bruna mit ihren Küken, Erpel Schlips und rechts hinten Flora, die als Einzige das Massaker überlebt hat und völlig traumatisiert im Auslauf zwischen den toten Körpern herumirrte.

Ich war selbst so geschockt, daß ich kein Foto des grausigen Anblicks machen konnte.

Dabei ging es meiner Quakebande so gut! Im Sommer 2014 war es unserer alten Bruna gelungen, ihr Nest so gut zu verstecken, daß ich es erst fand, als sie schon zu brüten angefangen hatte. Ich brachte es nicht übers Herz, ihr die Eier unter dem Hintern wegzunehmen.

Daher gab es 2014 - ungeplant aber doch willkommen - noch mal eine kleine Entenbrut. Vier Küken wuchsen zu hübschen Enten heran. Der siebenjährigen Entenmutter Bruna ist der Stolz regelrecht anzusehen.

Vier kleine Entchen: Gundel, Goldie, Gustav und Gelbfuß. Ein halbes Jahr nur durften sie über die Wiese watscheln, dann machte ihnen der Marder den Garaus.

Als ich an diesem Morgen zum Füttern ging, fiel mir als erstes Flora auf, die völlig aufgelöst laut quakend umherlief. Als ich näher kam, bot sich mir ein Bild des Schreckens. Überall im Auslauf lagen blutüberströmte Enten, bei einigen fehlte der Kopf, bei den anderen war der Hals zerfetzt.

Sieben Enten waren tot, den armen kleinen Gustav mußte Bert mit dem Beil ins Jenseits befördern, um ihn von seinen schrecklichen Verletzungen zu erlösen. Schlips lebte zunächst auch noch, war aber sehr angeschlagen. Wir holten ihn ins Haus ins Warme, in der Hoffnung, die Verletzungen seien nicht tödlich und Schlips könne sich wieder erholen. Leider hat er es auch nicht geschafft.

Flora ist also tatsächlich die Einzige, die das Massaker überlebt hat. Wie sie das geschafft hat, wissen wir nicht. Vielleicht war sie als Einzige im Entenhaus oder saß ängstlich in die Hecke gedrückt ohne zu flattern und löste somit nicht den Beutetrieb des Marders aus.

Die arme Ente war verständlicherweise völlig von Sinnen, konnte weder fressen noch trinken, geschweige denn sich hinsetzen und ausruhen, weil sie ständig aufmerksam die Umgebung sichern mußte und immer wieder in Panik losrannte. Wir konnten Flora in ihrem Schockzustand nicht alleine lassen, es mußte mindestens eine zweite Ente her, und zwar wenn irgend möglich noch am gleichen Tag.

Das Internet war hilfreich: es waren tatsächlich zwei junge Rouen Clair Enten inseriert und das auch noch ganz in unserer Nähe. Sofort riefen wir an und am Nachmittag zogen Bertha und Frieda bei uns ein, um der traumatisierten Flora Gesellschaft zu leisten.

oben: Frieda, unten: Bertha

Flora (unten links) hat ihre neuen Gefährtinnen zum Glück sofort akzeptiert.

In den ersten 3-4 Tagen machte Flora die beiden jungen Entenmädchen noch total nervös, weil sie ständig erhöhte Alarmbereitschaft signalisierte. Dabei waren Bertha und vor allem Frieda eher neugierig und zutraulich.

Inzwischen verhält sich auch Flora wieder normal und die drei haben jeden Morgen tierischen Spaß, wenn ich das gefrorene Wasser der Sandkastenmuschel mit heißem Wasser auftaue (siehe Film).

Jetzt muß im Frühjahr noch ein hübscher netter Rouen Clair Erpel bei uns einziehen, dann hat der Schmarhof wieder eine vollständige Quakebande. Auch wenn ich den schrecklichen Anblick und meine geliebten Enten niemals vergessen werden.

Im April 2015 ist Otto auf dem Schmarhof eingezogen, sehr zur Freude der Mädels. Jetzt ist es wieder eine richtige Entenfamilie.

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