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Wie jedes Jahr treffen sich am letzten Wochenende im Juli eine große Gruppe historischer Darsteller im Hohenloher Freilandmuseum in Wackershofen, um in die deutsche Nachkriegszeit einzutauchen. Im Mittelpunkt steht der dörfliche Alltag des Jahres 1947 und das oftmals schon entspannte, manchmal aber noch schwierige Zusammenleben mit den amerikanischen Besatzungstruppen.


Diesmal sind wir 80 Personen: 60 Dorfbewohner und 20 Amerikaner.

Es wurden in diesem Jahr keine originalen Kameras aus der dargestellten Zeit eingesetzt.
Die Schwarz-Weiß-Bilder wurden also alle vom Fotografen und/oder von mir nachträglich farblich bearbeitet.
Herzlichen Dank an die Fotografen Michael Leyendecker, Gernot Riecker, Stefan Staudenmeier, Klaus Flügel und an Peter Poppe, der als "Amerikaner" an der Veranstaltung teilgenommen hat.



Dreh- und Angelpunkt ist der Dorfplatz, wo sich das öffentliche Leben abspielt.

 





Die Dorfbewohner gehen ihren gewerblichen Tätigkeiten nach, so gut es möglich ist. Ob Nähstube, mobiler Gemischtwarenladen, Strickmaschine, Frisierstube, Schreinerei, KFZ-Werkstatt oder Bauchladen, die Brötchen müssen verdient werden. Wenn es nur Brötchen gäbe!

   




Die Darsteller sind auf verschiedene Haushalte aufgeteilt, wo sie essen und großteils auch schlafen. Manche Häuser im Museum haben allerdings keine benutzbare Küche, daher werden die Bewohner dieser Unterkünfte zur Verpflegung auf die funktionierenden Küchen verteilt. Es bilden sich Hausgemeinschaften, die einen engen Zusammenhalt haben.

 




Das Bürgermeisteramt wird stark frequentiert, denn der Amtsschimmel wiehert nach wie vor.

 




Arzt und Apotheker empfangen die Patienten im Schulhaus. Es werden große Impfkampagnen durchgeführt, z.B. gegen Diphterie.

   




Die Deutsche Post sowie die Telefonvermittlung haben eine Nebenstelle in einem Nebenraum des "Roten Ochsen" eröffnet. Es herrscht reger Briefverkehr und auch Päckchen können schon wieder versendet werden - zumindest innerhalb der amerikanischen Zone.

   




Unser Fuhrwerk muß sich die Straßen mit jeder Menge stinkender, lauter Automobile und Krafträdern teilen. Da darf der Gaul nicht zimperlich sein!

 

 




Unsere wichtigste offizielle Aufgabe ist die Abholung der CARE-Pakete in Hall, die dann am Dorfplatz an die bedürftigen Haushalte ausgegeben werden.

 




Wir haben uns in der Zwischenzeit im Stall des Steigengasthofs wohnlich eingerichtet.

 




Hier leben wir direkt unter den Augen der Amerikaner, die im Steigengasthof ihr Hauptquartier eingerichtet haben. Verpflegt werden sie allerdings von Frau Böswald in der nahe gelegenen Mühle.

 




Der Gastraum des Steigengasthofs wurde von den Amerikanern zur Verfügung gestellt und das Dorf hat jetzt wieder eine Wirtschaft, wo man sich auf ein Bierchen treffen, Karten klopfen oder einfach Maulaffen feilhalten kann.

 






Der Schwarzmarkt floriert, Kaffee und Zigaretten sind Mangelware und daher äußerst begehrte Artikel. Hier kann man außerdem von den Amerikanern gestohlene Konserven bekommen. Selbst einige GIs beteiligen sich am verbotenen Handel. Nylons gegen schwarzgebrannten Schnaps, das scheint ein fairer Deal.

 




Krumme Geschäfte werden nicht toleriert. Die Amerikaner und die örtliche Polizei greifen hart durch bei Delikten wie Diebstahl, Hehlerei oder Schwarzbrennerei. Es gehört fast schon zur täglichen Routine, das irgendwo eine Razzia durchgeführt wird. Es sind halt jede Menge Halunken unterwegs, sei es aus krimineller Energie oder aus Not, die ja bekannterweise erfinderisch macht.

 




... und am Sonntag Abend fliegen wir alle wieder nach Hause.