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Chiang Rai und Goldenes Dreieck

 
 Chiang Rai    Goldenes Dreieck


10. Februar 2026
Unsere Reise beginnt allerdings nicht direkt in Laos, sondern im nördlichen Thailand. Unsere Flugdestination heißt Chiang Rai.
Nach dem langen Nachtflug von München nach Bangkok (11 Stunden) und dem Anschlußflug nach Chiang Rai sind wir erst einmal froh, in unserem Hotel (The Riverie) ein wenig Ruhe zu finden. Aber bald schon werden wir von unserer charmanten örtlichen Reiseleitung zur Besichtigungstour abgeholt.



Wat Rong Khun

Als erster Programmpunkt steht der reichlich surrealistische "weiße Tempel" Wat Rong Khun auf unserem Plan.


Die vorangegangene Struktur des Wat Rong Khun Tempels lag Ende des 20. Jahrhunderts in Ruinen. Aufgrund fehlender Finanzmittel konnte er nicht wieder aufgebaut werden. Im Jahr 1996 beschloss der zeitgenössische thailändische Künstler Chalermchai Kositpipat (* 1955) den Tempel in abgewandeltem Stil zu rekonstruieren.  Ein Team von 120 Freiwilligen, darunter Bauarbeiter, Architekten und Künstler, begannen ein Jahr später mit den Bauarbeiten. Chalermchai widmete sich mit 1,2 Millionen US-Dollar eigener Mittel der Schaffung des Tempels; er sah es als Opfer an Buddha. Später änderte er seine Pläne, als er sah, dass Wat Rong Khun eine wichtige Rolle spielen könne, um sowohl Einheimische als auch Touristen anzuziehen.

Aktuell sind erst ungefähr 20 Prozent der geplanten Anlage gebaut. Als Datum für die komplette Fertigstellung wird das Jahr 2070 geschätzt. Der Bau wird dabei ausschließlich durch Spenden finanziert. Um unabhängig von Großspendern zu sein, hat Chalermchai eine maximale Spendensumme von 10.000 Baht (etwa 250 Euro) festgelegt.

Der Künstler bricht mit der traditionellen bunten Farbgestaltung buddhistischer Tempel. Die Gebäude sind komplett in weiß gehalten, die zahllosen spiegelnden Glasstücke funkeln in der Sonne und die fein ziselierten Verästelungen wirken wie filigrane Eiskristalle oder glitzernde Korallenäste.

 



Die drastischen Darstellungen der Hölle (oder besser: des Fegefeuers) vor der Brücke zur Versammlungshalle sind in ihrer naturnahen Deutlichkeit teilweise ein wenig verstörend.

 


Die Malereien im Innen des Ubosots, der Versammlungshalle der Mönche, sind in goldenem Ton gehalten. Die Wände, der Fußboden und die Decke zeigen Anspielungen auf die Versuchungen, die vor dem die Welt überwindenden Zustand stehen. Auch zeitgenössische Figuren der Populärkultur wie Michael Jackson, Spiderman, die Minions, Jack Sparrow und Hello Kitty sind dargestellt. Um einen Impuls für die Förderung des Tourismus in seiner Heimatregion zu bieten, hat der Künstler verfügt, daß die Wandmalereien nicht fotografiert werden dürfen. Wer sie also sehen will, muß persönlich nach Chiang Rai kommen und den Tempel besuchen.
Allerdings gibt es doch ein beispielhaftes Bild bei Wikimedia Commons...





Wat Phra Keo

Im Vergleich zum weißen Tempel wirkt der traditionelle Tempel Wat Phra Keo eher bescheiden. Dabei gilt der Tempel als eines der wichtigsten religiösen und administrativen Zentren des nördlichen Sangha (Mönchsordens). Der Abt, Phra Dhammarachanuwat, ist zugleich der oberste geistliche Leiter Nordthailands.

 


Historisch bedeutsam ist Wat Phra Keo als Fundort des berühmten Smaragdbuddha. Nachdem der echte Smaragdbuddha, der eigentlich aus Jade besteht, heute als National-Heiligtum Thailands im gleichnamigen Tempel in Bangkok untergebracht ist, müssen die Gläubigen in Chiang Rai mit einer Replik vorlieb nehmen. Das tut der Verehrung allerdings keinen Abbruch.





11. Februar 2026
Der folgende Tag führt uns von Chiang Rai aus in die Berge.

Doi Tung

 

Der Mae Fah Luang Garten auf dem Doi Tung-Berg in der Provinz Chiang Rai ist ein beeindruckender Landschaftsgarten, der aus einem ehemaligen Opium-Schmuggelgebiet entstand. Er bietet saisonale Blumen, Orchideen, Farnhäuser und Skulpturen. Der Garten ist Teil der königlichen Villa (Doi Tung Royal Villa) der Prinzessinmutter, die den Anbau von Kaffee statt Opium förderte. Der Begriff Mae Fah Luang („königliche Mutter aus dem Himmel“) ehrt Prinzessin Srinagarindra, Mutter von König Bhumibol Adulyadej, Großmutter des aktuellen thailändischen Königs Maha Vajiralongkorn, die sich durch Projekte zur sozialen Entwicklung, Aufforstung und Hilfe für Bergvölker im Norden Thailands verdient gemacht hat.




 

 

Goldenes Dreieck


Nach dem obligatorischen Besuch im Opiummuseum ("Hall of Opium") fahren wir weiter zum Goldenen Dreieck, wo der Nebenfluß Ruak in den Mekong mündet und das Dreiländereck Thailand - Myanmar - Laos bildet.  Das Dorf Sop Ruak liegt genau am Dreiländereck auf thailändischer Seite. Vom Viewpoint Ban Sop Ruak haben wir eine gute Aussicht auf den Kern des Goldenen Dreiecks - auch wenn die Opium-Anbauregion sich sehr viel weiter erstreckte. Der Anbau von Schlafmohn war ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die hier ansässigen Bergvölker.

 


Vom Viewpoint aus erklimmen wir die Anhöhe des kleinen Tempels Wat Phra That Pukhaw und steigen dann jenseits des Tempelbergs die drachengesäumte Treppe hinunter ins Dorf. In Ban Sop Ruak ("Ban" bedeutet immer: Dorf) bestaunen wir europäischen Touristen die überbordende Opulenz der Anlage am Flußufer mit goldenen Buddhas und riesigen Elefanten. Das ist für unsere Sehgewohnheiten eine sehr exotisch anmutende Bildsprache.

 




Von Ban Sop Ruak aus fahren wir ein Stück den Mekong entlang und treffen auf unser Schiff für die kommenden Tage, das an seiner Anlegestelle am thailändischen Mekongufer auf uns wartet. Wir dürfen unsere Kabinen beziehen, erhalten das erste Abendessen an Bord und übernachten auch schon auf der Mekong Pearl.


Houay Xay

12. Februar 2026
Morgens müssen wir die Mekong Pearl aber gleich wieder verlassen. Wir fahren mit Mini-Vans zur "IV. Thai-Lao Freundschaftsbrücke". Dort erfolgt die Ausreise aus Thailand und die Einreise nach Laos. Mit einem Bus fahren wir in die laotische Grenzstadt Houay Xay, wo wir den zentralen Markt und den Tempel Wat Chom Kao besuchen.