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Gemeinde im Landkreis Donauwörth

Am 21. März 1887 wird die Freiwillige Feuerwehr Ammerfeld aus der Taufe gehoben. 32 Männer erklären sich zum freiwilligen Dienst bereit.

In der Zeit des 1. Weltkrieges verlieren 7 Männer aus Ammerfeld im Soldatendienst ihr Leben.

Große Freude herrscht, als 1921 bereits sehr früh das Dorf elektrisches Licht erhält. Im gleichen Jahr wird mit dem Bau einer neuen Straße nach Wellheim begonnen. Die Straßenführung wird von der jetzigen Burgstall-Straße/Pflegfeldstraße verlegt zum damaligen Hohlweg, bei der Kirche geradeaus. Leider war oben am Schafberg das Geld verbraucht, und so dauerte der Ausbau mehrere Jahre.

Im Jahre 1925 wird der Raiffeisenverein gegründet, nur zwei Jahre nach der großen Inflation. Ab diesem Zeitpunkt ist es möglich, Darlehen aufzunehmen. Erster Vorstand ist Johann Beck, Aufsichtsratsvorsitzender wird Johann Müller und Rechner Josef Burzler. Am 1.1.1965 fusioniert der Verein mit dem Raiffeisenverein Tagmersheim, der heute in die RaiffeisenVolksbank Donauwörth eingebettet ist.

In der Zeit des 2. Weltkrieges herrscht große Not. 28 Soldaten werden als gefallen oder vermisst auf dem Kriegerdenkmal im Friedhof beklagt. Zahlreiche Familien suchen Zuflucht und finden eine vorübergehende Herberge oder sogar ein neues Zuhause in Ammerfeld. Kurze Zeit werden von amerikanischen Soldaten auch Kriegsgefangene im Dorf untergebracht.

Kurz nach Kriegende steigt die Bevölkerungszahl kräftig an. Waren 1925 noch 302 Einwohner und 1939 sogar nur 266 Einwohner gemeldet, so erhöht sich die Einwohnerzahl nach dem Krieg auf mehr als 470 Personen. Vertriebene aus östlichen Gebieten und heimatlos gewordene Menschen aus zerbombten Städten, vor allem aus dem Ruhrgebiet, werden im Dorf untergebracht.

Am 5. Juli 1950 bricht ein großes Unwetter über Ammerfeld herein. Innerhalb kürzester Zeit wird es dunkel wie bei Nacht. Ein riesiger Sturm fegt über das Dorf, daumengroße Hagelkörner prasseln vom Himmel und schlagen alles kurz und klein. Innerhalb einer Viertelstunde wird die gesamte Ernte zu 100% vernichtet, viele Bäume werden umgerissen, Dächer abgedeckt und eine neu erbaute, große Scheune zum Einsturz gebracht.

Um die Jahreswende 1951/1952 bricht im Dorf die Maul- und Klauenseuche aus. Etliche Tiere fallen trotz Notimpfung der Seuche zum Opfer. Die Asbrunner Bauern sind noch stärker betroffen als die Ammerfelder.

1959 wird am Schafberg eine erfolgreiche Wasserbohrung durchgeführt. Bereits zuvor hatte man gemeinsam mit Tagmersheim und Rögling 4 Bohrungen getätigt, jedoch kein Wasser gefunden. Daraufhin wird 1960 der Wasserzweckverband Ammerfeld gegründet. Weitere Mitglieder sind Burgmannshofen, Kienberg und Asbrunn. Als der Netzausbau 1962 fertig gestellt ist, herrscht große Freude bei der Bevölkerung. Zuvor herrschte im Dorf immer wieder große Wassernot, da die kleine Quelle im Sommer leicht versiegte. Dann mußte das Wasser bis aus Rohrbach oder von der Ussel in Trugenhofen geholt werden. Auch das Feuerlöschwesen wird einfacher, da 6 Oberflur- und 23 Unterflurhydranten mit eingebaut werden.

Ebenfalls im gleichen Jahr wird die Straßenbeleuchtung errichtet. Auch die Ortsteile Altstetten und Asbrunn werden mit angeschlossen. Das erste Leichenhaus entsteht und auf dem Anwesen Stöckl wird eine Gemeinschaftsgefrieranlage errichtet, an der sich jedes Haus einen Anteil erkaufen kann.

1964 erfolgt der Bau der Kanalisation. Eine eigene Kläranlage wird errichtet und nach Abschluss der Arbeiten werden im Dorf die Haupt- und die Seitenstraßen geteert.

1966 wird eine Sanierung des Kircheninnenraums eingeleitet, da die letzte Renovierung auf das Jahr 1935 zurückging. Im Frühjahr 1967 steht eine Glockenweihe an: drei neue Glocken bekommt die Ammerfelder Kirche. Die Kleinste der Glocken wird den Bistumsheiligen Willibald und Walburga, die mittlere den Bauernheiligen St. Leonhard und St. Wendelin geweiht, und die große Glocke mit ihren 900kg der Heiligen Familie, versehen mit der Inschrift „Jesus Maria Josef“. Die Überarbeitung und Renovierung der barocken Altäre durch Meister Schormüller nimmt viel Zeit in Anspruch und ist erst 1969 abgeschlossen.

1968 befaßt man sich unterdessen mit der Flurbereinigung. Zum Vorstand wird Hubert Deschler gewählt. Eine große Veränderung unserer Flur beginnt: Hecken und Feldraine werden entfernt, Wege, Gräben und Straßen neu gebaut und die Felder neu eingeteilt. Abgeschlossen wird die Maßnahme 1972 mit der Neuverteilung der Felder. Für die Bauern ist es fortan leichter, ihre Grundstücke zu bewirtschaften, obwohl es dem einen oder anderen schwer gefallen sein mag, seine lange im Familienbesitz befindlichen Flächen abzugeben.

Ab 1970 gehen die Kinder nach Rennerthofen in die Schule. In Ammerfeld wurde noch 4 weitere Jahre eine Klasse unterrichtet, bis in Rennertshofen die neue Schule fertiggestellt war.

Allmählich beginnen die ersten Bauern, sich eine außerlandwirtschaftliche Arbeit zu suchen. Viele Höfe werden verpachtet. So sind von einst 32 Milcherzeugern in Ammerfeld heute nur noch drei im Vollerwerb und einer im Nebenerwerb tätig.

In der Nachkriegszeit wird Ammerfeld auch als Handwerkerdorf weit über seine Grenzen bekannt. Folgende selbstständige Handwerke waren angesiedelt: Bäcker, Maurer, Maler, Metzger, Sattler, Schlosser, Schmied, Schneider, Schreiner, Schuhmacher, Uhrmacher, Totengräber, Zimmerer. Weiter befinden sich im Dorf zwei Krämerläden, ein Landhandel, zwei Gastwirtschaften und das Forstamt samt Förster im Dorf. Ein Pfarrer und ein Lehrer waren für die Bildung da.

1972 feiert Bürgermeister Matthias Böswald sein 25. Jähriges Dienstjubiläum. Später wird er zum Ehrenbürger ernannt. Auch Ludwig Biber wird später diese Ehre zu teil.

Bis 30.04.1978 ist Ammerfeld eine selbstständige Gemeinde im Landkreis Donauwörth im Regierungsbezirk Schwaben. Auch Altstetten und Asbrunn gehören zur Gemeinde Ammerfeld.