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Küchenarbeit

Die Küchenarbeit nimmt einen großen Teil des Alltags ein. Es muß sorgfältig geplant werden, wie viele Personen zu welcher Mahrzeit verköstigt werden müssen, nicht nur die Familie, sondern auch Mägde und Knechte. Im Fall eines Gasthofs müssen auch noch Reisende und Wirtshausbesucher mit einkalkuliert werden. Die Lebensmittel müssen herangeschafft werden, sei es aus dem Garten, vom Markt oder aus der Stadt, vieles wird zu Hause noch weiter verarbeitet oder haltbar gemacht. Schließlich muß auch für den Winter Vorsorge getroffen werden. Die Küchenmägde waschen und putzen die Lebensmittel, zerkleinern oder schneiden in Stücke oder Streifen, halten das Feuer ständig am Brennen, rühren, kneten Teig, schlagen Eiweiß oder Sahne. Die Speisen müssen nach bewährten Rezepten schmackhaft und sättigend zubereitet werden. Es wird nicht nur am Herd gekocht, gebraten, gesotten, frittiert, sondern auch im Backhaus Brot, Fleisch oder Kuchen gebacken. Selbstverständlich muß nach der Mahlzeit auch alles wieder mit heißem Wasser gespült werden.

 

Waschtag

Was heutzutage die Waschmaschine auf Knopfdruck macht, war im 18. Jahrhundert eine mühsame Plackerei. Die Wäsche wurde über einer Feuerstelle in einem großen Topf gekocht. Da Seife teuer war, behalfen sich die einfachen Leute mit Asche, die im Wasser ebenfalls zu einer Lauge verkochte und half, den Schmutz aus der Wäsche zu lösen. Mit Stöcken wurde die Wäsche vorsichtig aus dem heißen Wasser gefischt und erst mal in kaltem Wasser so weit ausgewaschen, daß man die Wäschestücke wieder anfassen konnte. Dann wurde auf einem hölzernen Waschbrett geschrubbt, bis alle Flecken verschwunden waren. Die gereinigte Wäsche wurde zum Trocknen aufgehängt, teilweise noch zum Bleichen auf einer Wiese ausgelegt.

 

Viehhaltung

Wir mußten auf der Veranstaltung nur das Heu für unsere Pferde aus dem Stadel zu holen. Wir hatten einen modernen Anschluß mit fließend Wasser aus dem Wasserhahn am Steigengasthof und konnten unsere Pferdetränke auf der Koppel (eine moderne Mörtelwanne) direkt mit dem Schlauch befüllen. Anno 1765 hätte man vielleicht einen Brunnen gehabt, aus dem das Wasser mühsam per Hand gepumpt werden muß. Im Museum gibt es Rinder, Schweine, Ziegen, Schafe, Kaninchen, Gänse, Enten, Hühner, Tauben - alle wollen regelmäßig und zuverlässig mit Futter und Wasser versorgt werden, morgens und abends. Zudem müssen Milchkühe und wohl auch die Ziegen regelmäßig gemolken werden und auch die Hühnereier sollte man täglich frisch eingesammeln.

 

Straßenarbeiten

Mit einfachsten Mitteln führen die Arbeiter die Wartung und Reparatur der Straßen aus. Das Material wie Kies und Sand wird mit einer Holzschubkarre oder allenfalls mit einem Pferdekarren angeliefert. Handarbeit ist angesagt, mit Hacken, Schaufeln und Spaten. Kein Bagger, der mal schnell ein Loch beliebiger Größe in die Landschaft gräbt, keine Planierraupe, die mit hydraulischer Kraft ein Grundstück im Handumdrehen einebnet, keine Rüttelplatte, die locker aufgeschütteten Belag in den Schlaglöchern feststampft.

 

Zollstation

Im 18. Jahrhundert besteht Deutschland aus einem Flickenteppich kleiner selbstständiger Verwaltungsgebiete. An den Handels- und Reisewegen gibt es überall an den Grenzen Zollstationen. Mitgeführte Waren werden mit mehr oder weniger hohen Einfuhr- und/oder Ausfuhrzöllen belegt. So zahlt man für die Ausfuhr eines gemästeten Ochsen z.B. eine Zollgebühr von 4 Kreuzern, für einen Wagen Heu oder Stroh verlangt der Zöllner 3 Kreuzer, für 100 einjährige Schweine mußte man 2 Gulden und 28 Kreuzer berappen, sind die 100 Schweine bereits ein halbes Jahr länger gemästet worden, also anderthalb Jahre alt, werden sogar 4 Gulden und 8 Kreuzer kassiert. Es gab sogar einen "Zoll für einen durchgeführten verstorbenen Juden" von 2 Gulden!

Reisende und Fuhrleute müssen ihren Zoll an der Grenze entrichten und bekommen darüber eine Quittung. Sollten sie im Inland mit ihren Waren ohne diese Bestätigung angetroffen werden, drohen empfindliche Strafen.

An der Zollstation in Bubenorbis wird scharf kontrolliert. Der Zolleintreiber ist mit allen Wassern gewaschen und findet verstecktes Schmuggelgut gnadenlos. Bei uns kassiert er für ein Bündel Lumpen 1/2 Kreuzer und muß sich dafür von der Fuhrfrau übelst beschimpfen lassen - nicht weil er Zoll kassiert, sondern weil er ihre Wäsche als "Lumpen" bezeichnet hat.

Diese Erfahrung muß selbst der Herr Pastor machen. Anläßlich seiner Reise nach Karlsruhe muß der geistliche Herr alle Kisten und Körbe vorzeigen und öffnen. Sogar die unschuldigen drei Flaschen Wein sowie das Gewand seiner Frau Gemahlin muß der Pastor verzollen.

 

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