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Das Dörfchen Gbécon, an den Ufern des Mono Flusses, ganz in der Nähe von Grand-Popo, fast an der Grenze zu Togo, ist die Heimat der Pla, die hauptsächlich von der Fischerei leben.

Die Pla verehren Zangbeto, den "Wächter der Nacht", eine Art übernatürlicher "Polizist", der alles Übel vom Dorf verjagt.

Der Legende nach war Zangbeto der jüngste von drei Brüdern, die um den Thron ihres Vaters kämpften. In der Nacht vor der entscheidenden Schlacht hatte der nur mit einer kleinen Armee ausgestattete und bereits von seinen Brüdern in die Enge getriebene Zangbeto eine Vision: eine übernatürliche Macht empfahl ihm, sich und seine Männer mit Stroh zu verkleiden und auf die Angreifer los zu stürmen. indem sie vorgaben, Geister zu sein. Der Trick wirkte, die beiden Brüder und ihre Männer flohen voller Entsetzen und Zangbeto wurde der neue König. Diese Legende bekräftigt die Gestalt von Zangbeto als Befreier und Beschützer der Schwachen. Daher begann man, ihm zu huldigen. Ursprünglich nur des Nachts unterwegs, erschien Zangbeto später auch tagsüber, um seine Macht zu demonstrieren.

Die hohe Zangbeto-Maske ist mit buntem Stroh bedeckt, sie symbolisiert übermenschliche Kräfte der Natur und der Nacht, die die Erde schon vor den Menschen bevölkerten. Zangbeto erscheint aus der Dunkelheit der Nacht, ein schauerliches Summen kündigt sein Erscheinen an. Er hat eine tiefe kehlige Stimme. Sein Tanz besteht aus wilden Drehungen, er springt in die Höhe oder windet sich wie eine Schlange. Die Zangbetos (es gibt mehrere davon, mit unterschiedlichen Namen) beginnen zu tanzen und sich wild zu drehen. Es ist offensichtlich, daß sich ein Mensch unter der Strohmaske verbirgt. Etliche Männer stehen bereit, das sind die Gbetovis, Eingeweihte, die den Tanz der Zangbetos in die gewünschte Richtung weisen und ihre Stöcke außerdem benutzen, um Zangbetos und Zuschauer auf Abstand zu halten. Der wilde Tanz soll das Dorf von bösen Einflüssen reinigen und garantiert seinen Bewohnern Schutz gegen Diebe oder übelwollende Leute.

Zum Abschluß des Tanzes wird Zangbeto aufgefordert, seine Identität zu offenbaren. Wer steckt unter der Maske? Wer bewegt sie? Die Gbetovis leiten den Zangbeto zum Zentrum des Platzes und lüften mit einem Mal die zottelige Maske. Die Verblüffung ist groß: die strohbedeckte Konstruktion ist leer. Manchmal befindet sich auch ein Bündel Blätter oder ein kleiner Fetisch darunter. Wie diese Prozedur von statten geht, ist unbekannt: nur Eingeweihte dürfen die Geheimnisse Zangbetos kennen.

FILM: Zangbeto

 

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