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Am 10. und 11. August 2019 fand auf der Bachritterburg in Kanzach eine kleine aber feine Veranstaltung statt mit dem Titel "Das Pferd im Mittelalter".

 

"Das Pferd im Mittelalter"

(von André Görlach)

Wir nehmen Sie mit auf eine interessante Reise in die Welt der Pferde des Mittelalters.

Wir möchten Ihnen aber nicht die Moderne präsentieren, davon gib es bereits genug. Nein, wir werden heute den Versuch unternehmen, die Pferde des Mittelalters näher kennenzulernen. Viele werden sich sicherlich bereits ihre Gedanken gemacht haben was sie heute hier erwartet. Der Eine oder Andere unter ihnen ist selbst stolzer Besitzer eines oder mehrerer Pferde und hat schon versucht sich ein Bild zu machen. Und doch sind wir so geprägt von den heute modern gezüchteten Pferden und deren Verwendung, daß so manches fremd und abenteuerlich erscheint. Viele Dinge sind in Vergessenheit geraten. Was einmal lebensnotwendig war, ist heute Hobby, Freizeit oder Sport. Fest steht das Pferd war bis weit in die Neuzeit das Fortbewegungsmittel Nr. 1. Aber was gab es für Pferde? Wie sahen sie aus im Vergleich mit unseren heutigen Pferderassen? Welches Pferd nutzte man für welchen Zweck? Wer konnte sich überhaupt ein Pferd leisten? Fragen über Fragen, auf die wir versuchen wollen, gemeinsam in den folgenden 45min Antworten zu finden.

Teil I: Das Pferd als Nutztier

In unserem 1.Teil möchten wir uns dem Pferd als Last- und Zugtier zuwenden.

Im Mittelalter unterschied man die Pferde nicht nach Rassen, so wie heute, sondern nach Pferdetypen bzw. Schlägen. Für welche Verwendung benötige ich welches Pferd? Hierbei ging es nicht um Aussehen oder dem Streben, sich ein teureres Pferd zuzulegen als der Bauer von nebenan, sondern man benötigte sehr widerstandsfähige, ausgeglichene und robuste Pferde.

1. Bild: Zugtier

Für leichte Zugarbeiten eignete sich ein relativ kleines robustes mittelschweres Pferd. Diese Pferde bezeichnete man auch als Klepper oder Mähre. Wobei diese Namen in der damaligen Zeit nicht als abwertend oder gar als Schimpfwort Verwendung fanden. Das Stockmaß dieser Pferde lag bei 1,35 bis 1,45m. Es waren eher urwüchsige Pferde, auf Schönheit legte man geringeren Wert und sie waren über ganz Europa verbreitet. Es sollte genügsam, arbeitswillig, zäh gegen sämtliche Witterungsbedingungen und vor allem fromm sein.

So wie wir hier sehen könnte man sich einen kleinen Krämer oder Händler vorstellen. Mit seinem Karren konnte er auf kurzen Wegstrecken sämtliche Kleinwaren für den täglichen Gebrauch bis hin zum feinsten Tuch transportieren. Er handelte entweder im Auftrag oder kaufte und verkaufte und vertrieb so diese Waren relativ regional. Nun fragen sich bestimmt so einige, warum sitzt ein Kutscher auf dem Pferd und läuft nicht nebenher oder sitzt auf dem Kutschbock? Im Mittelalter war der Kutschbock wie wir ihn heute kennen noch nicht verbreitet. Man fuhr das Gespann vom Boden oder vom sogenannten Sattelpferd aus. Zweispännig ging rechts vom Sattelpferd mit Kutscher das Handpferd. Im Tandem werden die Pferde hintereinander eingespannt. Diese Bezeichnungen sind heute kaum noch geläufig.

FILM Tandem

Mit zunehmender Entwicklung und Gründung von Städten im 13. Jahrhundert bedurfte es natürlich auch eines guten Handelsnetzes. Der Einsatz der Pferde spielte hierbei eine wichtige Rolle, sowohl zum Ausbau des organisierten Fernhandels als auch zur Verkürzung der Reisezeiten. Während man für bestimmte Teilstrecken, wie z.B. die Überquerung der Alpen, noch Ochsengespanne verwendete, fanden Pferde immer mehr Verwendung. Ob als Zugtier vor solchen Karren, oder mehrspännig vor großen Zweiachswagen, aber auch als Packpferd für äußerst unwegsames Gelände. Zur Bewältigung weiter Stecken schloss man sich zu großen Gruppen zusammen und organisierte dafür zunehmend auch bewaffneten Geleitschutz. Je nach Last- und Wegstrecke kamen auch schwerere und etwas größere Pferde zum Einsatz. Ihr Stockmaß lag bei ca. 1,40 -1,45m. Vom Typ und den Ansprüchen an diese Pferde galt das gleiche wie bei unserem Einspänner.

Der regionale Handel dehnte sich immer weiter aus und die Zeit der Kreuzzüge ins „Heilige Land“ brachte nicht nur Verderben, sondern auch Reichtum mit sich. Um den Handel sicherer und effektiver auszubauen nutze man verstärkt die seit dem Römischen Reich existierenden Heeres- und Verbindungsstraßen. Ganz bekannt sind hier die „Via Regia“ oder auch „Königsstraße“ genannt.

Mit zunehmendem Fernhandel benötigte man natürlich auch mehr Pferde. Die regional bekannten Schläge und deren gute Eigenschaften wurden bereits in gezielter Anpaarung gefördert und mit dem Handel auch in andere Regionen Europas verbreitet. Daraus entstanden wiederum Kreuzungen die entweder geeignet waren oder wieder verschwanden.

Es waren überaus beschwerliche Wege und weit entfernt von unseren heutigen Vorstellungen einer Straße. Wege-, Brücken - oder Furtzölle bzw. Abgaben, die ein jeweiliger Adelsherr erhob, führten ähnlich wie heute zu steigenden Transportkosten. Bei einem solchen Gespann konnte man von 20 -25 % Mehrkosten ausgehen, die der Kaufmann auf seine Waren aufschlagen musste, wollte er nicht drauflegen. Wir haben anhand von Überlieferungen mal den Versuch unternommen, die Dauer zu berechnen. Für eine Wegstrecke über die Alpen z.B. von Venedig über den noch heute bekannten Brennerpass auf der Via Imperii bis nach Nürnberg von da nach Frankfurt und über die Kurze Hessen nach Eisenach in Thüringen benötigte ein Händler ca. 40-50 Tage. Sämtliche unerwartete Verzögerungen wie Ausfall der Zugtiere, Unpassierbarkeit der Wege durch starke Regenfälle usw. nicht inbegriffen.

Für Passüberquerungen und Überwindung steiler Anstiege reichten oft 2 Pferde nicht aus, um die schweren Wagen über die Berge zu bringen. Diese Entwicklung im 12. und 13. Jahrhundert brachte viele Neugründungen von Siedlungen und Dörfern hervor, die ihren Lohn hauptsächlich mit Vorspanndiensten verdienten. Die ortsansässige Wald –und Feldwirtschaft sowie das Handwerk wurde ebenfalls dadurch ausgebaut. Flurbezeichnungen wie „Ausspanne“ erzählen uns heute noch darüber.

2. Bild: Landwirtschaft

Berufe, die mit verstärkter Nutzung des Pferdes in Zusammenhang standen, wie z.B. Treidler, Riemer oder Wagner, kennen die meisten von uns heute gar nicht mehr. Heute brauchen wir einen guten Hufschmied, einen Tierarzt und den Rest bekommen wir in Online Shops mit industriell gefertigter Ware von mehr oder minderer Qualität. Will man einen handgefertigten soliden Gebrauchsgegenstand, muss man lange suchen.

Im Mittelalter spezialisierte man sich auf kleinste Teilstücke, die der nächste weiterverarbeitete oder zum Ganzen zusammenfügte. Für jeden erdenklichen Gegenstand gab es spezielle Berufszweige bzw. eigene Stände. Mit dem zunehmenden Einsatz des Pferdes benötigte man natürlich auch mehr Ausrüstung.

Auch trägt die weiterentwickelte Landwirtschaft zum verstärkten Einsatz der Pferde bei. Im 11. Jahrhundert gingen Mönche in den Klöstern von der bis dahin bekannten Zweifelderwirtschaft zur Dreifelderwirtschaft über. Somit war es möglich das Land wesentlich effektiver zu nutzen als bisher. Mit der Entwicklung von schweren eisenbeschlagenen Pflügen, nachfolgend sogar radgeführt, und der Einführung des Kummet wurde der Ochse mehr und mehr vom Pferd als Zugtier abgelöst. Pferde waren nicht nur kräftiger, sie waren auch schneller. Demzufolge konnte mehr Land bestellt und geerntet werden. Durch die Dreifelderwirtschaft war es ebenfalls möglich, mehr Sommergetreide anzubauen, z.B. Hafer, was die Nutzung von Pferden ebenfalls erleichterte und verbesserte. Lediglich die höheren Kosten verzögerten den vermehrten Einsatz der Pferde.

Hierbei fanden regionale Schläge Verwendung. Auch die Größe der Pferde mit 1,35 – 1,45 m Stockmaß blieb erhalten. Die großen schweren Kaltblutrassen von heute, wie hier der Boulonnais Belot von Frederik Kirch, entstammen erst späteren Jahrhunderten.

3. Bild: Saumtier

Die Säumer konnten Wege benutzen, die für ein Fuhrwerk unerreichbar waren, und vielfach führten nur schmale Pfade in abgelegene Klöster, Siedlungen oder Herrensitze. Man kann sich zumindest im Ansatz vorstellen, welche Entbehrungen man auf sich nehmen musste, wollte man sicher ans Ziel gelangen, um seine Waren noch unverdorben und gewinnbringend zu verkaufen. Ein Pferd mit Packsattel konnte je nach Statur bis zu 150 kg tragen und im Durchschnitt ca. 30 km pro Tag zurücklegen. Hiermit wurden z.B. Salz oder Wein, aber auch kleine Waren und Erzeugnisse transportiert und das recht schonend, z.B. Gewürze, Schmuck, Stoffe oder Erzeugnisse der Pharmazie, heute würde man sagen: Toilettenartikel.

Die Säumerei entwickelte sich zu einem eigenen Berufsstand. Auch hier finden wir heute noch Orts- und Flurbezeichnungen, die auf die Säumerei hindeuten. Neben dem Pferd spielten hierbei vor allem Esel und Maultiere (hier: Muli Bacardi) eine große Rolle. Die letzten Säumer sind uns aus dem späten 19.Jahrhundert bekannt.

Abschließend für dieses Kapitel möchte ich ihnen ein Beispiel nennen: Anfang des 14.Jahrhunderts kostete in Bamberg ein Wirtschaftspferd ab 8 Mark aufwärts. Ein Ochse dagegen ab 4 Mark. Zum Vergleich: ein Handwerksmeister brachte es auf 22 Heller pro Tag in den Sommermonaten. Umgerechnet hätte er ein halbes Jahr arbeiten müssen, um sich ein solches Pferd leisten zu können, aber ohne das sauer verdiente Geld für wichtige alltägliche Dinge auszugeben. Diese Preise schwankten sehr stark von Region zu Region. Hier können wir bereits feststellen, dass selbst ein so kleiner Händler wie wir ihn hier gezeigt haben, eine durchaus gut gestellte Person war. Ein Zugpferd hatte aber noch bei weiten nicht den Wert eines Reitpferdes, welches je nach Ausbildung ein erhebliches Vermögen wert sein konnte.

Teil II: Das Pferd im Kampf

Weitaus mehr als das Wirtschaftspferd hatte das Reitpferd in allen Lebensbereichen eine alles entscheidende Bedeutung. Das Pferd als Lastentier konnte auch durch Ochsen, Kühe oder Esel ersetzt werden. Wir haben aber noch nie gehört, dass man auf einem Ochsen zur Jagd oder auf einem Esel in die Schlacht geritten wäre.

Hier fand der Mensch heraus, daß das Pferd für diese weitere Eignung über Jahrtausende durch nichts ersetzt werden konnte. Was waren dies für Pferde? Heute ist unter den meisten von Ihnen eines sicher am meisten verbreitet. Die Rede ist vom großen schweren Kriegspferd, welches den Ritter mutig und unaufhaltsam im wilden Galopp in den Kampf trug. Und unzählige Bilder, Filme und massenhaft Geschichten werden verbreitet, wie man die Ritter im Mittelalter mit einem Kran auf ihr Pferd gehoben hat, denn mit dieser schweren Rüstung wäre es ja unmöglich auf ein Pferd aufzusitzen und wenn es dann keine mindestens 1,70 Stockmaß und seine 800 kg auf die Waage brachte schon gleich gar nicht.

Jetzt stellen Sie sich mal vor um 500 Reiter in einem Heer für eine bevorstehende Schlacht auf ihre Pferde zu bringen und das noch halbwegs alle vor der Abenddämmerung aufgesessen sind, wieviel Kräne und Gehilfen ein solches Heer mitführen müsste bevor man sich dem Gegner überhaupt zeigen konnte. Und dann galoppierten diese 500 Ritter stundenlang in unzähligen Angriffen mit ihren 800 Kilo schweren Pferden gegen den Feind. Natürlich müssen sie zwischendurch mal zurück zum Kran und das ermüdete Pferd austauschen. Allein diese Vorstellung bringt schon lustige Szenen hervor.

Nein, das kann ja logischerweise gar nicht funktionieren. Wir kennen bereits die verbreitete Größe der Zugpferde. Die Reitpferde im Mittelalter überschritten diese Größe von 1,40- 1,55 ebenfalls nicht. Im Übergang zur Renaissance - also zu Zeiten der Reformation - mag es bereits Ausnahmen bis 1,60 Stockmaß gegeben haben. Die deutschen Warmblutrassen haben mit dem Pferd des Mittelalters aber nichts gemeinsam.

An folgenden Beispielen möchten wir ihnen die verschiedensten Pferdetypen zeigen:

David Blum auf Eterno, einem Pura Raza Espanol. Für die Zeit des Mittelalters ein wenig zu groß, doch von der Statur ein schöner Vertreter des „Courser“, auch als „Renner“ bekannt und vorrangig als Kriegspferd eingesetzt.

Weiterhin haben wir 2 Vertreter, die sie bereits gesehen haben, die hier nun als Kriegspferde dienen. Rufus und Emmeram sind 2 Freiberger, eine sehr alte Schweizer Pferderasse, geritten von Albert Schwark und Uwe Katzmann. Sie würden der Bezeichnung Runzid schon sehr nahe kommen. Sie sind nicht so teuer und doch vielseitig einsetzbar.

Und dann haben wir noch André Görlach mit seinem Lusitano Gladiador. Dieses Pferd beschreibt das Kriegs- und Turnierpferd des Mittelalters, den Destrier.

Das Destrier bildet den Höhepunkt aller Pferdetypen im Mittelalter. Es war das teuerste und bekannteste und wurde speziell für Turniere, für den Tjost und als Schlachtross eingesetzt. Ein solches Pferd konnte gut ausgebildet ein Vermögen wert sein. Leider gibt es keine verlässlichen Preise und da das damalige Münzsystem mit Silber aufgewogen wurde, der immer einer stetigen Veränderung unterlag, kann man keinen Wert mehr vergleichen. Lateinisch Dextrarius steht für rechtsseitig und man nimmt an das diese Bezeichnung daher rührt, das der Destrier an der Rechte Seite vom Knappen geführt wurde.

Zur Vollständigkeit kennen wir noch den „Hobby“, ein leichtes, schnelles und sehr robustes Pferde um ca. 1,40m. Sein Nachfolger heute ist das Connemara-Pony. Übrigens der Irish Hobby und das Galloway Pony gelten als Mitbegründer des heutigen Englischen Vollblutes.

Die meisten dieser Pferde hat man als Hengste eingesetzt. Hengste haben eine natürliche Neigung zum Kampf mit allem was ihnen zur Verfügung steht, also steigen, schlagen in alle Richtungen, beißen usw.. Noch dazu sind sie sehr beweglich, lernfreudig und arbeitswillig. Diese Eigenschaften machte man sich zu Nutze und auch im Mittelalter bildete man solche Hengste verstärkt für den Krieg aus. Das machte diese Pferde sehr kostspielig, aber auch zu einer Art Lebensversicherung in der Schlacht. Stellen sie sich vor, ein solches Pferd steht ihnen gegenüber und hat den unaufhaltsamen Willen, sie zu überrennen und zu vernichten, dazu kommt der Krieger, der dieses Pferd lenkt und gleichzeitig ebenfalls nicht besseres zu tun hat, als mit überaus überzeugenden eisernen Gerätschaften auf sie einzuschlagen.

Die Heereszahlen variierten im Mittelalter sehr stark. Man teilte die Kämpfer noch nicht in festgelegter Truppenstärke ein. Und so konnte ein Heer 100 Mann stark sein, von einem Grafen angeführt, oder mehrere tausend Mann, die sich nur Könige oder der Kaiser leisten konnte.

Die Strukturen eines solchen Heeres waren aber trotzdem sehr umfangreich. Nahezu die Hälfte eines Heeres bestand aus Hilfstruppen und Tross, also jene, die für die sämtliche Versorgung zuständig waren. Wenn man sich vorstellt, daß vielleicht 500 Pferde mitgeführt wurden und keine Weidemöglichkeit vorhanden war, mußten entsprechende Menge an Getreide und Rauhfutter organisiert werden. Im besten Falle bediente man sich aus den Scheunen und Speichern des Gegners, was diesen gleichzeitig empfindlich schwächen konnte.

Mit der Veränderung der Waffen und Rüstungen veränderte sich auch die Verwendung der Kavallerie. Neben dem Einsatz einer großen Masse an Reiterei wurden kleinste Einheiten taktisch eingesetzt, zunehmend Linien wellenartig formiert. Die französische Chronik um das Jahr 1470 beschreibt diese Formationsbildung sehr detailliert. Es gibt verschiedene Einheitsgrößen, es wurden mitunter von 300 bis 2000 Reiter gleichzeitig ins Gefecht geführt. Eine gesamtheitliche Ausbildung einer Formation wurde unabdingbar. Es spielte keine Rolle mehr wie der einzelne Ritter sich ehrbar hervortat, sondern nur eine gut strukturierte Truppe hatte Chancen das Gefecht für sich zu entscheiden.

Teil III: Die Entwicklung der Reitkunst

Viele Historiker sprechen von einem harten mitunter brutalen Umgang mit Pferden. Natürlich wird ein Krieger, der sich im Kampf in lebensgefährlicher Bedrängnis sieht, nicht erst überlegen: war das jetzt auch pferdegerecht? Und so einige Zeitgenossen pflegten einen rüden Umgang mit ihren Pferden. Doch daran hat sich bis heute nichts geändert. Wir sind der Meinung, um ein Pferd bis zur Vollendung seiner Leistungsfähigkeit auszubilden und zu fördern bedarf es einer soliden und jahrelangen Schule.

Anhand verschiedenen Details möchten wir ihnen verdeutlichen wie wir die Ausbildung des Pferdes interpretieren

Wir haben schon von verschiedenen Pferdetypen gehört. Zu ergänzen wäre noch der „Palefredus“, das Prachtreitpferd. Das heutige Wort „Pferd“ soll von diesem Wort herstammen. Hier stellt mein Moise, der als Araber-franz.Ponymix mit einem Stockmaß von 1, 47m durchaus so ähnlich im 13. Jahrhundert hätte auftauchen können, den Palefredus einer Dame dar, die vielleicht zu Repräsentationszwecken in gesellschaftlichem Anlass beritten ist, sie könnte aber auch Reisen oder gar an einer Jagd teilnehmen.

Jetzt stellt sich natürlich die Frage, wie die Pferde in den Jahrhunderten des Mittelalters ausgebildet waren. Da haben wir ein großes Problem, denn wie in vielen Bereichen des alltäglichen Lebens liegen hierzu viel zu wenig aussagekräftige Quellen vor, um sich wirklich ein Bild machen zu können. Der klassische Quellenkanon der Reitereigeschichte, auf den sich die Reitereigeschichte von der Renaissance bis zum Klassizismus beruft, beginnt im mitteleuropäischen Kulturraum beim griechischen General und Philosophen Xenophon und geht dann in der Renaissance mit der Schrift des Italieners Grisone weiter. Für die Jahrhunderte des Mittelalters gibt es keine systematische Ausbildungsschrift, die überliefert wurde. Einige kleine aber nicht ausführliche schriftliche Spuren finden wir in dem medizinischen Werk aus dem Umfeld des letzten Stauferhofes von Stallmeister Jordanus Ruffos und dem Norwegischen Königsspiegel im 13. Jahrhundert, sowie eine Ausbildungsschrift des Königs Don Duarte von Portugal aus dem frühen 15. Jahrhundert, die allerdings mehr auf den Reiter als auf das Pferd abzielt. Wenn man nun aber wirklich systematische Ausbildungsschriften studieren möchte, dann muss man auf die Quellen der Renaissance zurückgreifen und versuchen, darüber mit Vergleich von Bildern und den wenigen schriftlichen Spuren Rückschlüsse über mögliche Ausbildungsmethoden, Reitphilosophien und Können von Reiter und Pferd zu ziehen

FILM Reitkunst

 

Mitwirkende Reiter/Pferde:

David Blum mit Eterno

Albert und Henrike Schwark mit Rufus, Emmeram, Muli Bacardi und Gilette

Frederick Kirch mit Belot

Vivi L.M. Kyre mit Moise

André Görlach mit Gladiador