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Der Noriker ist ein Arbeitspferd für die alpine Landwirtschaft, mittelgroß (Widerristhöhe um 1,60 m), mit einem derben, schweren Kopf und breiter, gespaltener Kruppe. Die mittelschweren, langrechteckigen Kaltblutpferd mit dem kompakten, gut bemuskelten Körper und dem kräftigem Fundament sind meist Braune und Füchse, daneben auch Rappen, Mohrenkopf-Schimmel und Tigerschecken.

Lange Zeit im Gebirge gezogen, hat sich der Noriker wie kaum ein anderer Kaltblüter dem steilen Gelände angepaßt und wird neben dem schweren Zug auch heute noch in Forst- und Landwirtschaft eingesetzt, vor allem im Hochgebirge, wo das Pferd in den extrem hängigen Gebirgslagen nicht so einfach durch Maschinen ersetzt werden konnte.

Das ursprüngliche Zuchtgebiet liegt rings um den Großglockner. Der Alpenraum war ein eigenständiges Domestikationszentrum des Pferdes. Die bei Ausgrabungen gefundenen Trensen, Zaumzeuge, 2achsigen Kultwägen und einachsigen Streitwägen aus dem Zeitraum 800 bis 300 v.Chr. zeugen vom hohen Stand der hippischen Kultur der Kelten in den Alpen, in einer Zeit als Rom erst in den Geburtswehen lag. Daß der Noriker auf römische Legionspferde zurückgeht ist daher eine Legende - einzig die Bezeichnung der Rasse leitet sich vom römischen Namen der Provinz Noricum her.

Im Mittelalter war das Noriker Pferd ein Saumpferd und gewährleistete den Warenverkehr zwischen den italienischen Seehäfen und den jenseits der Alpen liegenden Städten wie Salzburg und München.

Sehr früh in der Rassengeschichte des Norikers spielten barocke Pferde eine große Rolle. Mit der Gründung des erzbischöflichen Salzburger Gestüts Rief 1565 begann die Phase der Veredelung durch Neapolitanische und Spanische Hengste, welche ihren Einfluss bis 1806 auf das Noriker Pferd ausübten. Bis heute sind deren Merkmale im Exterieur sichtbar: Ramsköpfe kombiniert mit geschwungenen Oberlinien und üppigem Langhaar sind häufig bei Rappen oder Mohrenköpfen anzutreffen. Die Mohrenköpfe (Blauschimmel mit schwarzem Kopf) beziehen ihre Bezeichnung direkt aus der barocken italienischen Bezeichnung capo moro. Neben Mohrenköpfen hat sich auch die Tigerzeichnung bis in die moderne Zeit erhalten, im Gegensatz zu anderen europäischen Pferderassen.

Ab 1903 wurde die Noriker-Rasse in einem Zuchtbuch geführt und somit in Reinzucht bis heute erhalten. Salzburg war und bleibt das Hauptzuchtgebiet der Noriker und darf laut Bestimmungen der EU das Ursprungszuchtbuch führen. Die heutige Noriker-Rasse gründet sich auf 5 Hengstlinien: Vulkan, Nero, Diamant, Schaunitz und Elmar.

Es gibt eine verwirrende Anzahl verschiedener Bezeichnungen: Noriker, Süddeutsches Kaltblut, Pinzgauer, Abtenauer, Oberländer.

Noriker

Heutige Bezeichnung der Rasse in Österreich. Der Name Noriker wurde im Jahr 1939 als allgemeingültige Rassebezeichnung offiziell eingeführt. Vorher unterschied man den Pinzgauer Noriker im schwereren Typ und den sogenannten Oberländer. In Österreich blieb die Bezeichnung Noriker bis heute erhalten.

Süddeutsches Kaltblut

Heutige Bezeichnung der Rasse in Deutschland, nach dem Zweiten Weltkrieg an Stelle der Bezeichnung Noriker eingeführt.

Pinzgauer

Schwerer Typ des Norikers, ursprünglich aus dem Bezirk Pinzgau im Salzburger Land, stellt den originalen Typ des Norikers dar.

Abtenauer

Mit einem Stockmaß von 1,48 - 1,54 m kleinstes Kaltblut des deutschen Sprachraums, in der Abtenau (Hochtal südöstlich von Salzburg) als robustes, anspruchsloses Arbeitspferd gezüchtet, überwiegend Rappen. Stellte einen Schlag innerhalb der Noriker dar, gilt mittlerweile als ausgestorben.

Oberländer

Bayerische Variante, leichterer Schlag des Norikers. Die Wurzeln des Oberländers gehen zurück bis ins 18. Jahrhundert, als sich die bayerischen Gestüte sehr an den Erfordernissen des Heeres nach leichteren Pferden orientierten. Die einheimischen Noriker-Stuten wurden mit edleren, leichteren Hengsten verpaart. Hieraus entstand im Laufe der Zeit ein wesentlich leichteres Pferd, als es der bisherige Noriker war. Dieses Pferd verbreitete sich im gesamten bayerischen Oberland.

Als der Erste Weltkrieg ausgestanden war und die Landwirtschaft wieder nach einem schwereren Pferd verlangte, wurde mit der Einführung von Original Pinzgauer Stuten durch das bayerische Gestüt Schwaiganger wieder ein Umzüchtungsprozeß in Richtung Masse in Gang gesetzt. 1939 wurde der offizielle Name Noriker auch für den Oberländer eingeführt. In den 50er Jahren ging die Rasse Oberländer in der allgemeinen Bezeichnung Süddeutsches Kaltblut auf.

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