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Am dritten Tag besuchen wir die Zwölf Apostel auf dem Weg von Dollnstein nach Mühlheim.

Richtig, wer auf die Karte schaut, kann gleich erkennen, daß die Felsformation der Zwölf Apostel gar nicht auf dem direkten Weg von Dollnstein über Altendorf und Mörnsheim nach Mühlheim liegt. Aber ohne diesen Umweg wäre die heutige Etappe arg kurz geraten!

Als wir morgens in Dollnstein aufbrechen, müssen wir zunächst unseren Fotografen zurücklassen. Die Blase an Dirks Fuß ist so schlimm geworden, daß sie auch in untere Hautschichten reicht und Dirk nicht mehr weiterwandern kann. Thomas Löffler vom Reitstall in der Wolpertsau holt ihn ab und bringt ihn und Florentine zum Auto, das in der Wolpertsau stehen geblieben war.

Jetzt gibt es also leider kein Foto von der Dollnsteiner Burg und wir können auch den schönen ewig langen Radweg entlang der Altmühl nicht bildlich dokumentieren. Allerdings sind auf Grund des bescheidenen Wetters auch kaum Flußwanderer unterwegs. Das hatte die Woche vorher, als wir diese Strecke zum Scouten abgeritten sind, bei strahlendem Sonnenschein, noch ganz anders ausgesehen. Alles war vielfältig bunt wie in einem Bilderbuch: Felsen, Magerrasen, Fluß, dazu bunt gekleidete Radler, bunt gekleidete Flußwanderer in bunten Booten... Heute jedoch sind wir fast allein unterwegs. Selbst die Bahnlinie, die uns hier ständig begleitet, scheint heute nahezu verwaist.

Nur der allererste Bahnübergang bereitet uns Probleme. Erst will Emmeram seine Hufe nicht auf die zwischen den Gleisen verlegten schwarzen Gummimatten setzen - da müssen Rufus und Gilette erst vorausgehen und demonstrieren, daß das ungefährlich ist. Dann macht Bacardi, der zufällig gerade ganz hinten läuft, auch noch Theater - und ausgerechnet jetzt fängt es an zu blinken, weil ein Zug naht. Bert hüpft schnell von Bacardis Rücken und zerrt ihn unter Gezeter und Flüchen zu uns herüber über die Gleise, bevor die Schranken sich senken. Anscheinend kapiert unser Muli, daß es jetzt ernst ist, denn er sträubt sich nur kurz. Gott sei Dank stehen wir also alle zusammen, als der Zug vorbeibraust - ich möchte mir nicht vorstellen, was Bacardi gemacht hätte, wenn er auf der anderen Seite der Bahnlinie ganz alleine, von seiner Herde durch die Schranken abgeschnitten, den Zug hätte konfrontieren müssen. Der Zug selbst ist ihnen übrigens egal, nur die schwarze Matte am Boden ist verdächtig... verstehe einer die Pferde!

Dirk trifft uns einmal unterwegs an der Stelle, wo wir bei Mörnsheim die Altmühl überqueren. Altendorf, das ursprüngliche Mörnsheim, liegt ja am Knie einer großen Schleife der Altmühl, an der Stelle, wo die Gailach in die Altmühl mündet. Wir kommen also von Hagenacker von Norden, wechseln an der Autostraße bei Altendorf nur die Flußseite und folgen der Altmühl wieder nach Norden in Richtung Eßlingen. Rosi läßt Bert ein Stück auf seinem Liebling Rufus reiten und führt unser Muli.

Bei Eßlingen treffen wir wieder auf Dirk und Flo und wir folgen gemeinsam dem Altmühl-Radweg in Richtung Solnhofen bis zu den Zwölf Aposteln.

Irgendwann merken wir, daß Dirk nicht nachkommt. Bert reitet mit Rufus zurück...

...und holt den fußlahmen Wanderer ab. Bis zur Felsgruppe der Zwölf Apostel (und zurück zum Auto) darf Dirk es sich jetzt bei Christa auf dem Karren bequem machen, während Bert auf seinem Rufus reiten darf und Rosi derweil Bacardi führt. Henrike ist inzwischen fest für den Fuhrdienst eingeteilt.

Nach dem Posen vor der Felskulisse verlassen wir die Zwölf Apostel und streben forschen Schrittes dem Dreizehnten Apostel zu. Hier im Biergarten lassen wir uns nieder zur gemütlichen Mittagspause.

Für die Pferde können wir problemlos die hintere Ecke des Parkplatzes abtrennen. Ein älterer Herr reicht ihnen frisches Gras über den Gartenzaun, er hat extra eine Heckenschere geholt, um große Grasbüschel am Rand des Grundstücks zu kappen. Ansonsten halten sich die Pferde an der Hecke schadlos. Und natürlich bekommen sie auch wieder ein leckeres Belohnungsbierchen - die Bedienung bringt sogar drei Flaschen Dunkles für die Pferde, weil sie das laut Bert am liebsten mögen.

Auch die schönste Pause geht mal zu Ende und wir müssen wieder los.

Es erwartet uns noch mal eine sehr anstrengende Strecke, denn es geht wieder steil bergauf. Henrike bleibt diesmal allerdings auf dem Karren sitzen und treibt Klein-Emm mit lautem Geschrei zur Höchstleistung an. Das halbe Gepäck fällt bei der Steigung hinten aus dem Karren, zum Glück sind die Kisten festgebunden.

Oben wandern wir bei großartigem Rundumblick (leider ohne Foto) auf Gut Lichtenberg zu. Wir müssen unmittelbar an einer großen Pferdeherde vorbei. Es sind bestimmt 40 Pferde oder mehr, die da bei unserem Anblick mit hochgestellten Schweifen auf ihrer großen Koppel hin-und hergaloppieren. Unsere Pferde verhalten sich vorbildlich ruhig und gehen brav am Koppelzaun entlang, ganz ohne zu zappeln.

Ab dem Gut Lichtenberg geht es nun bergab auf Mörnsheim zu. Die kleinen Pfade an dem Trockenhang sind krumm und schwierig zu befahren, daher beschließt Bert, Emmeram selbst zu führen. Er muß jeden Schritt genau überlegen und Schlaglöchern, Wurzeln und Felsbrocken auf dem Weg ausweichen, damit der Karren nicht kippt. Weiter unten gelangen wir auf ein Schottersträßchen, das nach Mörnsheim herunter führt. Hier müssen wir nicht mehr so aufpassen, laufen aber immer noch, weil der Weg recht steil ist.

Unten angekommen, können alle wieder aufsteigen. Wir durchqueren den Ort. Die letzten 2 km lustwandeln wir auf dem Radweg zwischen Mörnsheim und Mühlheim in gewohnter Formation: Henrike auf dem Karren mit Christa als Passagier, Rosi auf Rufus, Josie auf Gilette und Bert auf Bacardi. Dirk und Flo sind ja mit dem Auto unterwegs und erwarten uns in Mühlheim am Raffelsteiner Hof.

In Mühlheim gibt es keinen Pferdestall, daher dürfen wir einen Teil des Hotel-Parkplatzes für die Pferde abtrennen. Heu und Wassertrog hatten wir vorher schon hier hergeschafft. Das Areal ist der Boden eines abgerissenen Hauses, die Außenmauern stehen noch. Daher reicht unser mitgeführtes Seil, um die Einfriedung zu schliessen. Den Gänsefuß (oder was auch immer das für ein Unkraut war) vernichten die Pferde mit Begeisterung.

Wir Menschen sind in den super sauberen und konfortablen Zimmern des Raffelsteiner Hofs untergebracht und unser Abendessen ist hervorragend. Den Gasthof können wir nur empfehlen!

Karte der heutigen Strecke:

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