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Thomas Krauß
2019-07-11 19:57:00
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Schwabegger Mühle

Chronik der Schwabegger Mühle

von Johann Grotz, Pfründner, im strengen Winter 1941/42 Archiv von der Geschichte des Hochstiftes Augsburg

- Schröder 1909 -

"Zum Gebiet der Wertach gehört zunächst die Scharlach, welche die Schwabecker Mühle treibt und frühzeitig schon in mundartlicher Sprachweibe Schadel heißt ("ain wazzer heisset die Schadel" 1441 im Menchinger Dorfbrief / Zeitschrift d. Stiftsverw. Schwaben 1908, S. 2001) Mhd. scharl = der Bärenklau, eine Pflanze, die sehr gerne an Flußufern wächst. Mit ihr vereinigt sich der Moos- und Eisbach.

Die Schwabegger Mühle besteht schon seit 1000 Jahren oder mehr, als die Haldenburg noch zur Grafschaft Schwabegg gehörte, in deren Nähe sie steht.

Das Wasser der Mühle bestand damals nur vom Winkel, welche Quellen von dem Haldenberg kommen, und in einer Rinne beim Dach der Mühle hereinkamen. Erst im 17. Jahrhundert wurde die Scharlach hereingegraben. Vor hundert Jahren ist die Mühle zweimal, glaube 1845 u. 1847, abgebrannt. Anno 1836 hat der Müller Josef Müller von Schwabegg mit großen Kosten den Kanal von Höfen nach der ... Gemeinde Siebnach - aus dem Mühlkanal Siebnach - entnommen. Anschlußfalle 150 breit und 12 cm hoch. Jetzt seit 1927 Wasser 150 breit und 56 hoch, 800 l pro sek. Josef Grotz hat die Mühle anno 1867 gekauft, hat anno 1874 eine Sägemühle angebaut und Grundstücke bis 85 Tagwerk erworben, anno 1901 seinem Sohn Johann übergeben. Derselbe hat die Wasserkraft durch eine Turbine ersetzt und ein Vollgatter in der Säge eingebaut. 1937 hat sein Sohn Sylvest dann das Anwesen übernommen, hat die Mühle erhöht und zu einer Kunstmühle gemacht.

Sein Vater hat schon anno 1923 eine Schreinerei-, Schmiede- sowie Mosterei-Werkstätte erbaut.

1924 das Schmiedehaus.

Zur Zeit nach zwei verlorenen Kriegen weiß man nicht, ob das Geschäft wieder richtig in Gang kommt.

Die Familie Grotz stammt von der Schweiz. Hans Grotz war um 1400 Mitglied der Pfisterzunft Luzern, wohl auch Müller.

Josef Grotz war Müllerssohn in Hairenbuch bei Krumbach. 1859 verheiratete er sich mit Maria Keller von dort, auf ein neuerbautes Haus nebst Ziegelei. 1867 verkaufte er es und hat die Mühle Schwabegg gekauft.

Die Familie Grotz war seit dieser Zeit immer auf dem Kirchenchor beteiligt, als Sänger und auch Musiker, sogar als Organisten. Nach dem 1. Weltkrieg hat ein Sohn Johann eine Musikkapelle von 22 Mann, wie eine Militärkapelle zusammengebracht. Er war im 1. Krieg Musiker bei der Marine, ja, war einmal. Ja, nach bereits 2 Jahren nach dem Krieg ist noch kein Frieden geschlossen und ist nichts als Not im Lande. In den zusammengeworfenen Städten sterben viele Menschen an Hunger oder erfrieren. Keine Kleider, keine Schuhe, es mangelt an Lebensmitteln, ohne Marken bekommt man nichts. Zucker, Kaffee, Tabak, keine Schuhbändel gibt es. Aber der alte liebe Herrgott lebt noch, wird es und von wann die Menschen besser werden, bis jetzt sind sie es aber noch nicht.

+) keine Tinte, keine Feder, also einfach nichts.

Geschrieben von Johann Grotz, Pfründner, im strengen Winter 1941/42 (wird im Juni 84 Jahre alt).