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Schwabegg | Anfahrt | Sehenswertes | Veranstaltungen | Adressen | Geschichte | Roman | Ortsplan   Druckansicht

Thomas Krauß
2019-07-11 19:57:00
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Schwabegg war schon den Römern bekannt

Abschrift aus Schwabmünchner Allgemeine. Verfasser: Elmar Pfandzelter

Anfang der 80er Jahre Töpferöfen entdeckt - Grafschaft hatte mehrere Besitzer

Angelehnt an die steil aufsteigende Wertachleite liegt Schwabegg, deutlich in drei Zeilen - Tal, halbe Höhe und oben auf der Höhe - hingebaut. Grabhügel, die dort festgestellt wurden, Erdbefestigungen auf der Burghalde südlich des Ortes, die Viereckschanze im Buschelgraben, sie lassen auf vor- und frühgeschichtliche Besiedelung schließen.

Etwa 60 Meter über der Talsohle, auf dem sogenannten
"Weinberg", weiß man den "Burgstall Schwabegg". Hier stand einst die Burg der Herren von Schwabeck, nach der früheren Schreibweise. Sie hatten die Vogtei über die Hochkirche Augsburg vom Bischof erblich übertragen bekommen. Der "Weinberg" aber läßt darauf schließen, daß zur Zeit der Römer dort Wein angebaut wurde. Sicher war es ein sehr trockener Rebensaft. Unten auf der Talsohle wurden anfangs der 80er Jahre römische Töpferöfen gefunden; einer von ihnen ist im Museum Schwabmünchen zu sehen.

Froschschenkel verkauft

Von Schwabegg gingen früher Impulse aus, die für unsere Gegend von Bedeutung waren. Wernher III. von Schwabeck stiftete 1125 das Prämonstratenserkloster Ursberg. 1168 wurden die Hohenstaufer Inhaber der Grafschaft Schwabeck und blieben bis 1268. Konradin, der letzte Hohenstaufer, verpfändete auf seiner Italien-Fahrt an seinen Oheim Ludwig den Strengen die Grafschaft. 1372 wurde die Burg von den Augsburgern zerstört. In der Folgezeit kam die Grafschaft in vielerlei Hände. Ab 1714 bis 1806 verblieb sie im Besitz der Kurfürsten von Bayern. Erst 1806 erlosch der Name
"Grafschaft Schwabegg".

Bis ins 19. Jahrhundert mußten die Schwabegger, denen nur wenig Grund zur Verfügung stand sich durch Stricken den Lebensunterhalt verbessern. Später, bis weit in unser Jahrhundert hinein, verdienten sie ihr Zubrot durch das Anbieten von Froschschenkeln, damals eine Delikatesse. Daher auch der Name
"Froscher". Diese Froschschenkel wurden jeweils zu einem Dutzend auf einem Weidenzweig aufgereiht, und so auf dem Augsburger Markt und in Schwabmünchen verkauft.

Bis 1667 war Schwabegg eine eigene Pfarrei, wurde dann zur Filiale von Konradshofen abgestuft. Erst spät, 1843, wurde der Ort Kuratie. Das Kirchlein stand damals mitten im heutigen Friedhof, 1874 wurde die jetzige stattliche Kirche im neugotischen Stil erbaut. Seit 1947 ist Schwabegg wieder eine selbständige Pfarrei. Im Zuge der Gebietsreform wurde der Ort
1978 in die Stadt Schwabmünchen eingemeindet. Durch eine weitere Reform war mittlerweile auch die Schule stillgelegt.

Trotz der Zusammenlegung hat der Ort, nicht zuletzt dank seines gesunden Vereinslebens, ein gewisses Eigenleben behalten. Ein besonderer Anziehungspunkt ist der Kalvarienberg oberhalb der Kirche, auf dem man, abgesehen von der Möglichkeit einer tiefgründigen Meditation, einen herrlichen Weitblick auf die Alpenkette und das Lechfeld, im Vordergrund das Wertachtal, genießen kann.

1967 wurde der Gemeinde das Wappen verliehen. Das Schild zeigt den Staufenadler, erinnernd an die einstige Herrschaft der Staufer. Die engen Beziehungen zum Hochstift Augsburg drückt sich in den Farben Rot und Silber (weiß) aus.