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Abomey war die Hauptstadt des Königreiches von Dahomey, das bis in das späte 19. Jahrhundert den Sklavenhandel an der Küste beherrschte.

Das Königreich Dahomey entstand im frühen 17. Jahrhundert im Süden des heutigen Benin. Unter den zwölf Königen, die von 1625 bis 1900 aufeinander folgten, entwickelte es sich zu einem der mächtigsten Reiche der Westküste Afrikas. 1894 wurde es von den Franzosen erobert und in der Folge zu einer französischen Kolonie.

Die Hauptstadt  Abomey war durch eine Lehmmauer mit sechs Toren und einem vorgelagerten, mit Dornengestrüpp bewachsenen Graben umgeben. Innerhalb der Mauern befanden sich durch Felder getrennte Dörfer, mehrere Königspaläste, ein Markt und ein großer Platz mit Kasernen.

Die Könige errichteten ihre Paläste als Lehmbauten in einem eingefriedeten Bereich. Diese Paläste bildeten nicht nur das Entscheidungszentrum des Reiches, sondern bildeten auch ein Zentrum für die Entwicklung von Handwerkstechniken und einen Aufbewahrungsort für die Schätze des Reiches.

Eine Besonderheit war die Aufstellung von weithin gefürchteten weiblichen Kampftruppen, was die Europäer stark an die antiken Amazonen erinnerte.

Die Königspaläste von Abomey umfassen eine Serie von zehn Palästen, von denen einige nebeneinander errichtet sind und andere sich entsprechend der Abfolge der Könige überlagern. Jeder Palast ist von Mauern umgeben, die drei Höfe bilden, den äußeren, inneren und privaten Hof. Architektonische Besonderheiten sind die Verwendung traditioneller Materialien und polychrome Flachreliefs. Als eine der berühmtesten und historisch bedeutsamsten Stätten Westafrikas wurden sie 1985 von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen

In den Palästen der Könige Gézo und Glélé ist das Historische Museum von Abomey untergebracht. Leider ist das Fotografieren innerhalb der Mauern untersagt, aber unter den obigen Links gibt es ein paar schöne Bilder der Paläste und Exponate.