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Kumasi war einst die Hauptstadt des mächtigen Volks der Aschanti. Sie waren eines der wenigen Völker in Afrika, die gegen die europäischen Invasoren ernsthaft Widerstand leisteten.

Das Aschanti-Reich entstand durch Zentralisierungsprozesse akansprachiger Völker. Vermutlich ab dem 13. Jahrhundert waren die Akan von Norden kommend in ihr heutiges Siedlungsgebiet in Zentralghana eingewandert. Auf dem Gebiet der Aschanti gab (und gibt) es bedeutende Goldvorkommen, die zu regen Handelsbeziehungen mit den mächtigen Reichen der Sahelzone führten. Der Häuptling Oti Akenten (ca. 1630–1660) unternahm einige erfolgreiche militärische Operationen gegen benachbarte Akanvölker, und gründete so erstmals eine Aschantimacht über das Kerngebiet hinaus. Aber erst ab 1680 einigte Osei Tutu, der Herrscher der Stadt Kumasi (der Kumasihene), die bis dahin unabhängigen Fürstentümer der Aschanti unter seiner Herrschaft und erklärte sich zum Asantehene, dem Oberhaupt aller Aschanti. Mitte des 18. Jahrhunderts war das Aschantireich die größte Militär- und Handelsmacht der Region.

Der noch heute lebendige Gründungsmythos des Aschantireiches besagt, dass ein Priester namens Okomfo Anokye etwa um 1695 vom Hochgott der Akan selbst, von Nyame, den Auftrag erhielt, aus den Aschanti ein mächtiges Volk zu machen. Der Aschanti-Herrscher Osei Tutu berief daraufhin eine große Versammlung ein, um diese Nachricht zu verbreiten. Auf dieser Versammlung holte Okomfo Anokye vor aller Augen einen teilweise mit Gold bedeckten, hölzernen Stuhl vom Himmel, der sich dann auf Osei Tutus Knien niederließ. Okomfo Anokye verkündete, dass dieser Stuhl den Geist oder die Seele des ganzen Aschantivolkes enthielte.

Der Goldene Stuhl galt als Verkörperung des Reiches und damit als höchstes Symbol nationaler Einheit. Er stellte die höchste politische Autorität dar und war Gegenstand der Gottesverehrung, dem sich auch der Asantehene unterwarf. Amt und Person des Königs waren streng getrennt. Wohlergehen und Fruchtbarkeit des Landes waren an die Unversehrtheit des Stuhles gebunden, nicht aber an die Person des Königs. Diesem fiel die Rolle des Ohene Okomfo, des Priesterkönigs zu, der zwischen dem Goldenen Stuhl als Symbol göttlicher Macht und der Gesellschaft vermittelte. 

Die Briten, die nach 70 Jahren zäher Kämpfe im Laufe des 19. Jahrhunderts schließlich die Aschanti unterwerfen konnten, versuchten die Institutionen des alten Aschantireiches zu zerstören. Als sie die Übergabe des Goldenen Stuhles verlangten, kam es 1900 zum Aufstand. Die Briten sandten Expeditionen gegen die Aufständischen, die sich einer Guerillataktik bedienten. Erst die vierte Expedition war erfolgreich, da den Aufständischen die Munition ausgegangen war. Aschanti wurde nun auch formal zur Kronkolonie erklärt.

Leider ist das Fotografieren innerhalb des beeindruckenden Palasts nicht erlaubt, so daß ich fast nur Bilder der königlichen Pfauen im Hof bieten kann.

 


Als Kontrast zu Königspalast und prunkvoller Aschantigeschichte besuchen wir in Kumasi den größten Markt Westafrikas.

 

FILM: Markt in Kumasi


Eine Besonderheit in diesem Teil der Welt sind die Trauerfeiern, die im Prinzip als großes Fest begangen werden. Der Verstorbene ist mit seinem Dahinscheiden zum verehrten "Ahnen" geworden, das ist ein Grund zu Freude - auch wenn dem einen oder anderen bei näherer Betrachtung doch die Tränen in den Augen stehen. Die Trauergäste kleiden sich in schwarz und rot.

FILM: Trauerfeier

Zweimal dürfen wir einer solchen Trauerfeier beiwohnen, einmal während der Fahrt von Wa nach Kumasi (oben) und einmal in Kumasi selbst (unten). Die erste Feier war tatsächlich sehr fröhlich und es gab sehr viele Gäste. Einladungen werden oft vorher ausgehängt, wir haben sogar richtige große "Werbeplakate" gesehen, die Trauerfeiern ankündigen und alle dazu einladen. Die Menschen stürzen sich teilweise in große Unkosten, um solch ein Fest auszurichten. Die Trauerfeier in Kumasi fand aber in einem eher kleinen, privaten Rahmen statt, und hier war die Traurigkeit der Leute auch deutlich spürbar. Trotzdem läuft das Fest mit viel Lärm, professioneller Entertainerin, Musik und Tanz ab.

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