Tourenbericht Lechtaler

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Klassische Lechtal-Rundtour (12.-15. August 2000)

- mit Spiehlerweg und Augsburger Höhenweg -

Als Mitglieder der DAV-Sektion Augsburg hatten wir schon seit einiger Zeit den Augsburger Höhenweg auf unserer "To-Go-Liste" stehen - im August 2000 sollte es endlich klappen. Die "Crew" (Ines, Rudi, Wernfred und ich) hatten vier Tage Zeit zur Verfügung, die Wettervorhersage war vielversprechend und die Wegverhältnisse sollten gangbar, d.h. weitgehend schneefrei, sein. Steigeisen und Pickel waren dennoch mit von der Partie und erstere kamen dann auch zum Einsatz - aber dazu später.

Ausgangsort für uns war - entsprechend der klassischen Lechtal-Rundtour - Bach (1.074 m) im Lechtal. Ziel der ersten Tagesetappe war die Memminger Hütte (2.242 m). Der Aufstieg führte zunächst auf einer Forststraße am Alperschonbach entlang. Trotz Sperrung für den öffentlichen Verkehr waren nach unserem Geschmack zu viele Fahrzeuge unterwegs, so dass wir nach ca. 45 Minuten dankbar in den linkerhand abzweigenden Pfad nach Madau abbogen. Das dortige Gasthaus Hermine erreichten wir passend zur Mittagszeit...
Von Madau aus ist es noch ca. 30 - 45 Minuten bis zur Materialseilbahn der Memminger Hütte, die ich wegen einer aufkommenden Sommergrippe dankbar und ohne falschen Stolz in Anspruch nahm. Die Entscheidung für die kürzere Aufstiegsvariante von üblicherweise 2 1/2 Stunden statt 4 - 4 1/2 Stunden über Bärenpleisschlucht und Rosengarten war somit auch schnell gefällt.

Der zweite Tag hatte die Augsburger Hütte (2.289 m) zum Ziel. An den drei malerischen Seewiseen vorbei erreichten wir - inkl. diverser Fotopausen - nach knapp zwei Stunden die sogenannte Wegscharte (2.585 m) südwestlich des Seeschartenkopfes. Der Abstieg von dieser war überaus geröllig und die Drahtseilversicherungen waren nicht immer vertrauenserweckend. Der Weiterweg auf dem Spiehlerweg über das Parseierjoch (2.505 m) zur Patrolscharte (2.815 m) erwies sich dann als weniger "schlimmsteil" als er von Weitem wirkte. Die Parseierspitze, mit 3.036 m der höchste Berg der Nördlichen Kalkalpen, "opferten" wir meinem Gesundheitszustand. Stattdessen stiegen wir noch knapp 100 Höhenmeter auf den als Schuttmuggel verschrieenen Gatschkopf (2.910 m) hinauf, von dem sich jedoch eine herrliche Aussicht auf die umliegenden Gipfel bot. Von hier waren es nochmals ca. 1 1/2 Stunden Abstieg, bis wir auf müden Beinen und Ines leider mit hässlichen Blasen nach einem Neun-Stunden-Tag die Augsburger Hütte erreichten. 

Dann stand am dritten Tag die längste und wohl anspruchvollste Wegstrecke bevor: über den Augsburger Höhenweg in 12 Stunden (inkl. Pause) zur Ansbacher Hütte (2.376 m). Erstes Highlight des Tages war der Aufstieg durch die Gasillschlucht, der uns - teilweise drahtseilversichert - auf den Grinner Ferner brachte. Über das Eisfeld kamen unsere Steigeisen zum Einsatz; bei warmen, sonnigen Verhältnissen waren sie vielleicht nicht zwingend erforderlich, aber wir fühlten uns wohl damit. Am Dawinkopf (2.968 m) legten wir eine kleine Rast ein und musterten den weiteren Wegverlauf. Die Route ab Dawinkopf, an den Feuerköpfen nördlich vorbei, ist sehr geröllig und brüchig sowie in weiten Teilen steinschlaggefährdet, so dass wir auch um unsere Helme froh waren. Auch die Überwindung verschiedener Altschneefelder erforderte unsere volle Konzentration. Die mentale Herausforderung des Tages war jedoch der frühzeitige Blick auf die Ansbacher Hütte im Bewusstsein, noch Stunden unterwegs zu sein. Trotz der Anstrengungen des Tages schmiedeten wir abends angesichts des herrlichen Panoramas auf den Hohen Riffler schon wieder neue Tourenpläne...

Die vierte und letzte Etappe unserer Lechtal-Rundtour ließen wir gemütlich angehen. Wir starteten erst um halb Neun und waren acht Stunden später - inkl. einer neuerlichen Rast in Madau - wieder in Bach. Das eindrücklichste Erlebnis dieses Augusttages waren wohl die Lawinenreste im Alperschonbachtal. Stark verdichtete Schneemassen, die teils Brücken über den Gebirgsbach bildeten, erforderten nochmals konzentriertes Gehen.

 

Weitere Informationen und Links zum Lechtal finden Interessierte unter InfosLechtal. Noch mehr Fotos gibt es in der Bildergalerie dieser Homepage. 

Text:  Dagmar Löther
Fotos:  Wernfred Zolnhofer 

 

© W. Zolnhofer
zuletzt geändert 08.12.02
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